Weinberg Chronik ab 2005

Mein Weinberghaus im Sommer 2008

Mein Grundstück liegt auf einem Hügelkamm direkt über dem Dorf Nagybakónak im Komitat Zala, Ungarn. Mitten in so kleinen privaten Weinbergen. Dabei handelt es sich um kleine Landstreifen von wenigen Metern breite aber zum Teil sehr lang. Die einen reichen im Osten Richtung Dorf, die anderen auf der Westseite in ein völlig menschenleeres Tal, das mit riesigen Akazienwäldern bewachsen ist. Hier gibt es auch sehr viel Wild. Hauptsächlich Hirsche, im Winter wenn es besonders kalt ist, können sie manchmal in grossen Herden beobachtet werden. Ich habe schon solche mit bis zu 50 Tieren gezählt. Leider wird auch viel gewildert von den Dorfbewohnern und den sehr verarmten Zigeunern von denen es hier sehr viele gibt. Es handelt sich nicht um „Fahrende“ sondern solche die alte oder leerstehende Häuser bewohnen dürfen. Sie werden leider auch sehr diskriminiert von den stolzen Ungaren.

Ich konnte 2004 ein altes Weinberghaus mit ca 2 Ha Land, aufgeteilt in 2 Grundstücke für wenig Geld erwerben. Mein Vorgänger war kurz zuvor verstorben und seine Erben wollten den Weinberg schnellstens verkaufen. Doch hatte ich das Glück, dass meine Grundstücke auf beiden Seiten des Hügels liegen. Dazwischen führt nur eine Strasse die direkt über dem Hügelkamm verläuft. Das Weinhaus, welches auf dem höchsten Punkt direkt an einer kleinen Strasse liegt, bietet einen sehr schönen Ausblick. Auf der Ostseite direkt ins Tal auf das  450 Seelen Dorf Nagybakónak. Gegen Westen in ein unbewohntes Tal mit riesigen Akazienwälder, die während der Blütezeit einen unglaublichen Duft versprühen. Gegen Westen können im Sommer die herrlichen Sonnenuntergänge bis nach 21.00 Uhr bewundert werden. Das alte Haus  verfügte nur über zwei Räume, einen Vorraum, den sogenannten Pressraum und einen Weinkeller mit 5 alten Weinfässern. Es gab einen Stromanschluss über das Dach mit 6 Amp Absicherung / 230 Volt. Aber es gab weder Wasser, Abwasser noch Tel oder TV Anschluss im Haus.  

Nun ich hatte den Wunsch dieses Haus  für meine Bedürfnisse umzubauen. Als erstes lies ich das Zuwasser ins Haus verlegen. Dazu musste im Aussenbereich eine Zysterne für die Wasseruhr, sowie eine Abwasserzysterne für das Abwasser erstellt werden. Wasser, Abwasser und Stromleitungen wurden genau nach Plan von mir selber am Boden und in die Bruchsteinmauer verlegt. Dann erstellte ich im Weinkeller mit Bachsteinmauern und Türe einen zusätzlichen Raum für Dusche und WC. Der vertiefte Naturboden wurde Boden eben mit dem Pressraum aufgefüllt, betoniert und mit Fliessen durchgehend in den Pressraum belegt. Die alte doppelflügel Eichentüre wurde rausgerissen und bis zum schmalen Torbogen als Zugang zugemauert. Der Rest des Weinkellers wurde als sehr kleines Schlafzimmer ausgebaut. Hier schlief ich während dem ganzen Umbau in den ersten 15 Monaten. Im Pressraum, der auch mit der Eingangstüre und einem Fenster versehen war erstellte ich gleich an die Trennwand zum Duschraum die Küche mit den nötigen Wasser, Abwasser und Stromanschlüssen. Die ersten Küchenmöbel liess ich im Dorf von einem Schreiner in sehr einfacher Ausführung aus Echtholz anfertigen. Ein kleiner Kaminofen reichte um den ganzen Bereich auch im Winter warm zu halten.

Doch schon im Frühjahr 2005 erstellte ich ein Lagerhaus auf 8 x 8 Meter mit Werkstatt auf dem Grundstück etwas zurückversetzt. Es wurde ein Pultdachbau, versehen an der erhöhten Front mit zwei grossen Schiebetoren. Darin konnte ich vorerst all meine Maschinen, Geräte und den aus der Schweiz mitgebrachten Traktor einstellen und abschliessen.

Danach erstellte ich am alten Haus auf die Westseite einen Betonboden 6 x 5 Meter um darauf die Garage und einen Eingangskorridor zu bauen. Die Mauern erstellte ich aus Ytong Mauerwerk. Die Decke wurde mit Betonträgern versehen und bis auf eine Aufgangsfläche zu betoniert. Sie war geplant als Terasse auf die Westseite. Die Autogarage wurde mit einem Lateraltor mit Fernbedienung versehen.

Nun wurde das alte Dach weggerissen, da das Holzwerk sehr morsch war und die Dachziegel nicht mehr dicht waren. Die alte Deckenkonstruktion aus massiven Akazienbalken lies ich bestehen. Ich füllte die Holräume mit viel Isolationsmaterial auf und legte eine Leichtbetondecke über die alten Grundmauern die zum Teil eine Breite von bis zu 50 cm aufwiesen. Zuvor wurden  Rohre für die Wasserzuleitung im Ober-geschoss,  Bodenheizung und eine Rundleitung in die Aussenmauern rund um das Gebäude und drei Elektrorohre  quer über den Boden verlegt. So wurde gewährleisten, dass ich die Elektroinstallation selber nach belieben ausbauen konnte.  Danach stockte ich die Seiten auf 1.6 Meter auf. Darüber legte ich die neue Dachkonstruktion. Hinein legte ich eine gut isolierte Holzdecke. So entstand ein grosser 2,4 Meter hoher Wohnraum und ein Dachboden von 1,5 Meter Höhe. Vom Untergeschoss konnte das Obergeschoss über eine Treppe im Eingangskorridor erreicht werden. Ende 2005 war der Rohbau soweit fertig, dass das ganze Haus gut geheizt werden konnte mit der neuen Holzzentralheizung. Die wärme wurde über die Bodenheizung und  6 Radiatoren in die Räume gebracht. Im Obergeschoss wurde der grosse Wohnraum mit einer Trennmauer unterteilt und so entstand das schöne Doppelzimmer mit Fenster in Richtung Dorf im Obergeschoss, das fortan als mein Schlafzimmer diente.

2006 konnte ich einen weiteren Weinberg mit Weinhaus in unmittelbarer Nähe erwerben. Ich kultivierte den neuen Weinberg. Die alten Weinberge die sich unmittelbar beim Wohnhaus befanden, Entfernte ich alle und pflügte die frei gewordenen Flächen. Mit dem einsähen von Gras, kam ich auf die Idee mir ein paar Schafe zu zulegen. Als Stall konnte ich ein altes leerstehendes Weinhaus von einem deutschen Nachbar benutzen. Als Gegenleistung zäunte ich auch sein Grundstück ein und weidete es mit meinen Schafen ab.

Daneben begann ich in meinem Haus mit dem Umbau der Fenster und Türen. Die doppelflügel Tür die früher als Zugang zum Pressraum diente, wurde durch eine normale kleinere Aluminiumtüre ersetzt und diente nun als Nebeneingang in die Küche. Das alte Holzfenster wurde ebenfalls durch ein modernes Aluminiumfenster ersetzt. Die Küche wurde völlig neu geplant und durch eine moderne Einbauküche mit Backofen, Kühlschrank, Abwaschmaschine und  einer modernen Spühle mit Auszug ersetzt. Die Möbel der bisherigen Küche konnte ich mit wenigen Aenderungen  an diversen andern Stellen sehr gut integrieren. So diente der Hochschrank aus Massivholz  mit Doppeltüre nun als Kleiderschrank im Schlafzimmer. Die alte einfache Spüle konnte ich im nachträglich erworbenen Weinhaus einsetzen. Die neue Eingangstüre aus Aluminium von einem Meter breite  zum Korridor diente nun als Haupteingang. Sie wurde im rechten Winkel  zur alten Hausmauer gestellt. Da das neue Dach nun den ganzen Eingansbereich überdeckt, entstand so ein gedeckter Vorplatz. Im Obergeschoss wurden eine Aluminiumtüre und  zwei Fenster in Richtung  Westseite auf die Terasse eingebaut. Zwischen Treppenaufgang und aussenmauer entstand ein kleiner Raum, weil der Maurer in meiner Abwesenheit eine zweite Mauer zur Terasse aufzog. So baute ich in diesen Raum eine kleine Dusche und ein 2. WC. Ein, was sich heute als sehr Vorteilhaft erweist.

Erst im Herbst 2006 konnte eine Parabolantenne angebracht werden und so war es mir endlich auch möglich digitale deutsche TV-Sender zu bekommen. Telefonisch war ich nur über’s Handy erreichbar, da es auf dem Weinberg keine Telefonanschlüsse, resp Leitungen gab. Internet war noch immer tabu auf dem Weinberg und so musste ich in der nächst gelegene Stadt in ein Internet-Kaffee fahren um mit der weiten Welt in Verbindung treten zu können.

Inzwischen lässt sich wohnen, es gibt Strom, Kalt- und Warmwasser, Zentralheizung, Abwasser mit Abwasserzysterne, TV Parabolanschluss, Internetanschluss, ein Schlafzimmer, ein Gästebett, Küche, 2 Duschen mit Toiletten,  Esszimmer, Wohnraum mit Terasse, 1 Garage, etc. Aber es gibt noch viel zu tun. Ständig wird wieder neues ergänzt.

Das Jahr 2008, ein ereignisreiches, denkwürdiges Jahr in Ungarn.

Obwohl ich mich sehr guter Gesundheit erfreuen konnte und auch immer noch sehr viel Energien für meinen Weinberg aufbrachte war das Jahr 2008 ein sehr schwarzes Jahr für mich. Zwar hatte ich „Glück im Stall“ und so bescherten mir meine ersten 3 Schafe jedes 2 gesunde Junge. So stieg meine Schafherde von  3 Weibchen und einem Bock im Frühling 2008 auf 10 Stück gesunde und quick lebendige Schafe.

Schicksalsschlag 1: Doch in der Nacht vom 25. auf den 26 Juni gelang es einem streunenden Hund ins Schafgehege zu kommen. Dabei attackierte er 5 der Schafe so sehr dass ich eines am Morgen schon verendet und die andern 4 so schwer verletzt vorfand, dass ich sie sofort notschlachten musste. Der Anblick der sich mir bot, schmerzte so sehr, sodass in mir eine ungeheure Wut aufkam. Am liebsten hätte ich alle frei streunenden Hunde umgelegt. Leider konnte ich aber diese Tat nie einem Hund zuordnen, da ich ihn ja nicht gesehen hatte. Trotzdem hat sich die Kunde so schnell im Dorf verbreitet, dass schon bald alle Hunde an die Ketten gelegt waren! Nächtelang übernachtete ich auf der Wiese bei den übrigen, z.T. sehr verängstigten Tieren auf der Lauer, zusammen mit meinem Hund,  aber das Biest zeigte sich nicht mehr. Danach hatte ich auch die Sicherheiten verstärkt mit stromgeschützen Weidezäunen. Seither ist es zum Glück nie mehr zu solchen Attacken gekommen.

Schicksalsschlag 2: In der 2. Woche im August streifte ein schweres Hagelgewitter den Weinberg und dabei wurden über die Hälfte der heranwachsenden Trauben zerschlagen. Diese mussten dann in  mühseligen Stunden aussortiert und vernichtet werden. Die Ernte erbrachte schlussendlich etwa  40 % vom Vorjahr.

Schicksalsschlag 3: Leider musste ich in der Nacht vom 29. auf den 30. Okt. 2008  die negativste Erfahrung auf dem Weinberg machen. Ich wurde nachts durch lautes gebell meines treuen Hundes aus dem Schlaf geweckt. Ich stellte fest, dass Jemand am Gartentor wartete. Ein Mann bat mich um Hilfe bei einer Autopanne. Ich glaubte den Mann zu kennen und bot ihm Hilfe an. Ich bat Ihn in den Hof, öffnete das Garagentor, legte Werkzeugkiste und Ueberbrückungskabel hinten ins Auto. Doch als ich mich dabei hinten ins Auto bückte, stieß mir der nächtliche Besucher ein Messer in den Rücken. Sofort wurde mir Bewusst, ich wurde Opfer einer brutalen Messer-Attacke. Zum Glück konnte ich mich aber aus eigener Kraft freikämpfen und den Täter nach fast einer Stunde Kampf, in die Flucht schlagen. Danach konnte ich schwerverletzt, wie sich nachher herausstellte mit 6 Messerstichen (18 cm Klinge) in den Oberkörper nur noch per Handy Freunde im Dorf um Hilfe bitten. Diese alarmierten sofort  Ambulanz und die Polizei von Nagykanizsa (Ungarn).

Ich selber wurde immer schwächer. Ich verlor sehr viel Blut. Zudem waren Lunge und Leber durchstochen durch die Messerstiche. Ich verlor schon auf der Fahrt mit der Ambulanz ins Krankenhaus nach Nagykanizsa das Bewusstsein und wurde danach während mehr als 8 Tagen ins künstliche Komma versetzt. Dies weil mindestens zwei Messerstiche, je einer durch die Lunge und einer durch die Leber als lebensbedrohlich eingestuft werden mussten. Dadurch, dass die Funktionen meiner Körperteile Lunge und Leber von Maschinen künstlich übernommen wurden, konnten diese Körperteile geschont werden und nach 8 Tagen hatten sich diese wieder soweit erholt, dass sie die Funktionen wieder ohne Maschinen aufrecht erhalten konnten. Nach 11 Tagen Intensivstation war ich soweit Transportfähig, dass meine Frau und mein Sohn mich durch den schweiz. Rettungsdienst „REGA“ und ETI-TCS in die Schweiz überfliegen liessen. Da wurde ich sofort wieder ins Krankenhaus von Uster zu weiteren Untersuchungen eingeliefert. Nach 8 weiteren Tagen wurde ich aus dem Spital entlassen und hätte während weiteren Monaten durch die Spitex zu Hause betreut werden sollen. Leider wurden die Schmerzen in der Folge sehr stark, ich hatte grosse Mühe, genügend Luft in die Lungen zu bekommen und zudem war ich körperlich, sehr sehr schwach. Ich meldete mich vorzeitig zu einem Arzttermin bei meinem Hausarzt, der mich als Notfall sofort wieder ins Spital einwies. Bei genaueren Untersuchungen stellten die Aerzte fest, dass sich ein grosser Eiter-Abszess im Bauch gebildet hatte, der sofort operiert werden musste. So war ich wieder vom 26.11.08 bis am 05.12.2008 hospitalisiert in Uster. Ich musste  danach auf Befund meines Arztes, eine längere Phase mit Spitexbetreuung zu Hause verbringen, bis mein Körper wieder voll funktionsfähig und einigermassen schmerzfrei war. Während dieser Zeit wurden Haus und Umgebung in Ungarn durch meine deutschen Freunde im Dorf Nagybakónak betreut.

In der Schweiz waren meine Schmerzen in der Schulter immer schlimmer geworden. So entschied mein Arzt, dass ich ein weiteres MRI machen musste um eine genaue Analyse meiner Schulter zu bekommen. Dabei wurde festgestellt, dass ein Sehne ebenfalls stark beschädigt (gerissen) wurde beim Überfall. Nun habe ich eine Frist von zwei Monaten bekommen um meine Arbeiten in Ungarn noch koordinieren zu können. Im Mai muss ich zur Operation in die Schulthessklink nach Zürich fahren und werde danach meinen Arm für ca 12 Wochen in einer Schiene oder Schlinge tragen müssen. Danach hoffe ich, dass endlich wieder der normale Alltag eintreten wird.

Ich musste unbedingt nach Ungarn. Es warteten so viele Arbeiten auf mich und wenn ich leider noch nicht sehr viel selber machen konnte, so war es doch an mir die wichtigsten Frühlingsarbeiten zusammen mit Freunden und Nachbarn zu erledigen oder zumindest zu delegieren. In Ungarn blühten schon die Aprikosen und Kirschbäume. Und das hiess, dass auch die Traubenstöcke riefen!

Im März 2009  war ich endlich wieder so weit genesen dass ich wieder zurück nach Ungarn fahren konnte. Nachdem die Polizei in alle Richtungen ermittelte und dennoch nicht den geringsten Hinweis, ausser den DNA-Spuren, zum Täter finden konnte, gelang es mir, dem Gesicht des Täters, das mir seit dem Überfall immer wieder im Kopf herum schwirrte, einen Namen zu geben und es so einer Person zu ordnen zu können. Nachdem ich diesen der Polizei bekannt gegeben hatte, war der 23. jährige Mann aus Ungarn innert wenigen Stunden schon in Zalaegerszeg (Bezirkshauptstadt) beim Polizeiverhör. Ich musste ihn dort identifizieren. Ich war mir so sehr sicher, dass es sich um den Täter handelt, dass es mir kalt den Rücken runter lief. Doch vorerst mussten noch die Ergebnisse der DNA abgewartet werden! Die Polizei fand bei Ihm, bei der Hausdurchsuchung ein ganzes Arsenal an Waffen, wie 5 Messer der Art wie eines beim Überfall auf mich verwendet wurde, Schlagringe mit Nägeln bestückt, zwei Schlagketten aus Motorkettensägen gefertigt, etc. Daneben auch noch eine Menge harter Drogen. – Ich hoffte so sehr dass es sich wirklich um den Täter handelt und er so Dingfest gemacht werden konnte. Er war aber bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht polizeilich erfasst. Obwohl ich andererseits es sehr bedauerte, dass ein 23 jähriger Bursche so, leichtfertig sein junges Leben zerstören konnte. Um so mehr, es sich um den Sohn eines guten ungar. Freundes handelte, der in meinem Haus ca 2 Jahre zuvor, zusammen mit seinem Sohn, eben dieser verdächtigten Person, sämtliche Fliessen gelegt und die Verputz- und Malerarbeiten erledigt hatte. Während dieser Zeit lernte er auch meinen Hund Tiby kennen und bemerkte so, dass er ungefährlich ist, da mein Hund den Täter kannte und oft mit ihm in den Pausen spielte. Es dürfte sich auch um den Täter gehandelt haben, der während der Zeit, als die beiden bei mir arbeiteten, den Tresorschlüssel klaute und anschließend aus meinen Tresor viel Geld, samt Tresorschlüssel verschwinden lies. Der Tresorschlüssel blieb seither verschwunden und ich verfügte nur noch über den Reserve Schlüssel. Also könnte sein Ziel gewesen sein, mich umzulegen, nachdem der Zugang zum Haus offen war und so die Möglichkeit ins Haus zu gelangen ermöglicht wurde. Vielleicht um so ein weiteres mal zum Tresor zu gelangen. So bekam das Ganze eine Logik und auch ein berechtigter Verdacht, es könnte sich tatsächlich um den Täter handeln! Aber er war nicht geständig und versicherte mir per Dolmetscher, er würde doch nicht einen alten Mann niederstechen, mit dem er schon Kaffee getrunken hatte. Nun begann also für mich das grosse Hoffen!

Am 18. März 2009 hat sich die Polizei bei mir gemeldet und bestätigte, dass die DNA 100% übereinstimmte. Auch brachten sie mir verschiedene Utensilien, die zur Spurensicherung mit genommen wurden, zurück. Man versicherte mir, dass in nächster Zeit eine Gerichtsverhandlung statt finden würde. Ich wurde für den 21. April wieder zu einer weiteren Befragung bei der Kriminalpolizei in Zalaegerszeg vorgeladen. Im März 2010 fand der Prozess statt. Der Täter wurde wegen versuchtem Mord angeklagt und zu 11 Jahren Haft verurteilt.

Ich wurde durch diesen Vorfall unendlich mit Kosten belastet. Ständig musste ich mich neuen Behandlungen unterziehen. Die Betreuung meines Weinberges und meiner Tiere auf dem Weinberg musste ich voll durch Drittpersonen erledigen lassen und diese entsprechend bezahlen. Kamen also zu all dem Leid noch die Finanziellen Lasten. Ich fuhr am 25. April wieder in die Schweiz. Da konnte bei einer Nachkontrolle durch meinen Arzt eine massive Verbesserung der Schulterfunktionen festgestellt werden. Somit wurde von einer Operation bis auf weiteres abgesehen. So konnte ich anfangs Mai wieder nach Ungarn fahren und durfte danach doch viele Arbeiten selber koordinieren und soweit möglich selber erledigen.

Die sehr grosse Anteilnahme der ganzen Bevölkerung im Dorf war für mich völlig überraschend. Doch dieser Fall war natürlich etwas ganz besonderes für alle. Fast täglich wurden in den Medien und im TV über den Vorfall berichtet. Es meldeten sich plötzlich Leute aus dem Dorf bei mir, die ich gar nicht namentlich kannte und fragten mich nach dem Befinden, ob ich Hilfe benötige bei den Arbeiten, brachten kleine Geschenke und einige brachen auch gleich in Tränen aus , als würden sie sich schämen, dass mir dies in Ihrem Dorf zugestossen war. Dies ermutigte mich aufs neue hier in Ungarn zu bleiben und den Vorfall so schnell wie möglich zu vergessen.

 

2009 wurde ein Jahr der Erholung

So war es mir gegönnt, mich relativ schnell wieder zu erholen und ich kam zwar langsam aber stetig wieder zu Kräften. Die Bevölkerung und vor allem die Nachbarn halfen mir viel mit bei schwereren Arbeiten. Auch kam mein Sohn Stefan in der Freizeit und während seiner Ferien nach Ungarn um mir tatkräftig zu helfen. Es wurde viel über diesen Überfall gesprochen und hier in der Nachbarschaft haben wir so etwas wie ein Alarmsystem vereinbart, sollte wieder mal so etwas eintreffen, was natürlich alle nicht hoffen. Aber wir sind auf dem Weinberg wie eine grosse Familie zusammengewachsen, besprechen und beobachten jetzt sehr genau was in der Nachbarschaft passiert. Wenn ich nachts mit meinem Hund raus gehe, geht bestimmt irgendwo in der Nachbarschaft ein Licht oder eine Taschenlampe an um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Zudem hat es sich herumgesprochen, dass da nicht so leicht Beute zu machen ist und auf starke Gegenwehr gesetzt werden muss!

Am Haus konnte ich aber keine weiteren Arbeiten ausführen da ich nur das nötigste auf Hof und Weinberg verrichten konnte. Zu meinem Vorteil hatte ich eine grosse Reserve an Brennholz in den Vorjahren angelegt, so reichte dieser auch für den Winter 2009/2010. Er wurde zwar völlig aufgebraucht doch konnte ich während des Winters bereits wieder frisches Brennholz für die Zukunft bereitstellen.

2010 Im Schafstall konnte ich schöne Erfolge miterleben und es wurden wieder je drei Junge Lämmlein geboren. Obwohl  zwei Schafe während grosser Kälte geboren hatte und immer nur eines von zwei überlebte. Es war eine grosse Freude für mich, im Frühjahr zu Fuss, das Leitschaf an einer Leine geführt, die ganze Herde vom Dorf auf die Wiesen auf dem Weinberg hinauf zu führen. Hier mussten sie schon bald wieder geschoren werden. Dies bedeutet für mich immer wieder harte Knochenarbeit, sodass ich diese Arbeit jeweils auf diverse Tage verteile. Da ich beabsichtigte die jungen Weibchen in der Herde zu lassen, musste ich mich schweren Herzen vom Bock „Jack“ trennen wegen Inzuchtgefahr. Ich fand aber eine gute Lösung, indem ich diesen einem befreundeten Schafzüchter, als neuen Zuchtbock in seiner ca 200 Tiere grossen Herde abgeben konnte und im Gegenzug einen Jungen Bock für meine Herde bekam. So wurde „Jack“ bis auf weiteres vor dem Gang in den Schlachthof verschont. Dieser Züchter ist Holländer und kam erst vor wenigen Jahren hier nach Ungarn. Seine Herde wurde von einem Schafhirt betreut und musste täglich auf die offenen Wiesen geführt werden. Dabei waren auch zwei kleine braune Schafe, die ständig aus der Herde ausscherten und wieder mühsam eingefangen werden mussten. Als er meine eingezäunten Wiesen sah, wollte er unbedingt, dass ich diese Ausreisser zusammen mit dem jungen Bock zu meiner Herde nahm. Es waren sehr scheue Tiere und so wurde es fast unmöglich sich ihnen zu nähern. Dennoch fügten sie sich gut in meine Herde ein und wurden immer zutraulicher. Eines Tages rief mich mein Holländischer Freund an und erzählte sein Schafhirt sei über Nacht abgehauen und nun stehe er alleine da mit seinen Tieren. Musste sie selber jeden Morgen und am Nachmittag auf die Weide führen. Daneben hatte er noch diverse ungarische Wollschweine und zwei Hängebauchschweine. Alle brachten viele Junge zur Welt. Dies brachte ihn in eine Arbeitsituation, die er kaum mehr in der Lage war  selber zu bewältigen. Dazu stellte er fest, dass Schafzucht nicht sonderlich einträglich ist und verkaufte die ganze Herde im Herbst 2010. So verlor ich meinen „Jack“ aus den Augen und wusste auch nicht, ob er danach in einem Schlachthof endete. Mit dem Einzug der braunen Schafen und meinen Jungen Weibchen, wuchs meine Herde wieder auf 10 Stück an. Das bedeutete aber auch, dass ich genügend Futterheu für den Winter aufbereiten musste. Leider waren die Wetterphasen im Sommer 2010 nicht sonderlich gut zum Heu einfahren, da es für die normalen Verhältnisse hier in Ungarn relativ viel regnete.  Zwar war der Grasswuchs sehr gut aber ich musste lange warten bis ich endlich geeignetes Wetter zum Grassschneiden hatte.

Beim schneiden der Traubenstöcke im Weinberg half mir mein guter Nachbar Ferry. Hier schien es, dass eine gute Ernte bevorstand, da die Stöcke sehr schön mit Weintrauben behangen waren. Das hiess aber auch, dass viele ausgebrochen werden mussten um gute Trauben zu bekommen. Zudem pflegte ich noch einen weiteren Weinberg meiner nächsten Nachbarin, da im vergangenen Sommer Ihr Mann und auch mein sehr guter Nachbar Julius auf dem Weinberg einem Hirnschlag zum Opfer fiel und verstarb. So kam auch ich wieder an die Grenzen meiner Möglichkeiten. Und als hätte ich noch nicht genug unangenehme Erfahrungen in Ungarn erlebt, musste ich just in diesem Moment einen weiteren Rückschlag einstecken. Ende Juni wechselte das Wetter auf sehr schön und heiss. Was mich sofort zum mähen meines Heugrasses veranlasste. Ich war froh endlich eine gute Phase erwischt zu haben um mein Heu ins Trockene zu bringen. – Aber nein - Leider musste das sorglose Leben auf dem Weinberg durch ein weiteres Ereignis etwas gebremst werden!

Am Samstag 03. Juli 2010 wurde ich Opfer eines tragischen Unfalls? Ich hatte am Morgen meine schön getrocknetes Heu auf der Wiese unterhalb des Hauses mit dem Schwadenrechen zusammengenommen um es in bester Qualität und regenfrei einzufahren. Als ich fertig war wollte ich die Maschine hochschrauben und dabei löste sich aus unerklärlichen Gründen die Handbremse. Sofort rollte der Traktor samt Maschine im steilen Gelände rückwärts gegen den Wald und ich versuchte aufzuspringen um ihn anhalten zu können. Dabei erwischte mich das Vorderrad, riss mich runter und überfuhr mich. ----? Mit ungeheuerlichen Schmerzen musste ich feststellen, dass ich nicht mehr aufstehen konnte und schrie im Hilfe. Mein Appenzellerhund "Tiby" rannte aufgeregt und bellend zum Haus und wieder runter, was meine Nachbarin hörte und aufmerksam machte. Sie entdeckte mich zum Glück und organisierte neben allen Nachbarn auf dem Weinberg sofort die Ambulanz die fast eine Stunde später eintraf. Ich konnte mich nicht bewegen und fühlte einen stechenden Schmerz in den Hüften. Unter kaum aushaltbaren Schmerzen unter grosser Hitze, wurde ich mit der Tragbare zum Auto getragen und danach auf dem holprigen Weg ins Krankenhaus gefahren. Dort wurde ich Stundenlang, unter kaum ertragbaren Schmerzen  untersucht geröntgt und umhergeschoben bis endlich ein Arzt kam und mich mit einer Teilnarkose vom Schmerz erlöste. Es wurde festgestellt dass die rechte Hüfte, sowie der grosse Zehen am linken Fuss ausgekugelt waren. Der Arzt sagte mir, ich hätte zum Glück nichts gebrochen und könne das Krankenhaus schon nach wenigen Tagen mit Krücken verlassen. Doch waren nach der Narkose die Schmerzen im rechten Fuss sehr gross und dieser wurde immer mehr angeschwollen. Ich sagte dies dem Arzt bei der Arztvisite am nöchsten Tag und so wurde ich nochmals geröntgt. Dabei wurde leider festgestellt, dass das linke Schienbein oberhalb vom Fuss doch gebrochen war. So wurde mir eine Gibs Stütze angelegt und mir klar gemacht, dass ich mindestens 4 Wochen weder den linken Fuss noch die rechte Hüfte belasten dürfe! Das hiess ich durfte überhaupt nicht gehen ausser mit einem Rollstuhl. Da die Verhältnisse im Krankenhaus sehr primitiv waren, fragte ich den Arzt ob ich diese Wartezeit auch auf dem Weinberg verbringen dürfe. Er willigte ein und Albin und Gaby, die deutschen Freunde aus dem Dorf holten mich schon am folgenden Dienstag im Krankenhaus mit einem Rollstuhl ab. Leider hatte der Rollstuhl aber überbreite, da er eigentlich für die Mutter von Albin bestimmt war, und so kam ich im Haus nicht durch die Türen. Doch ein Nachbar organisierte mir einen schmäleren Rollstuhl den ich im ersten Stock deponiert hatte und konnte so alleine durch die Wohnung, vom Schlafzimmer bis auf die Terrasse fahren Zum Glück weilte grad Gitti die Schwägerin von Albin, zusammen mit Ihrer Tochter und Familie hier in Ungarn. Tochter und Familie wohnten im Dorf in einem kleinen Ferienhaus das Gaby gehört. Die Mutter Gitti hatte ich bei mir einquartiert, da es keinen Platz für Sie im Dorf gab. Sie annerbot mir, hier zu bleiben und mich zu pflegen und half mir bei Bedarf auf dem Rollstuhl durch die Wohnung. Gaby als ehem. Arzthelferin, wechselte täglich den nötigen Verband am grossen Zehen, der noch zusätzlich genäht werden musste und versorgte mich mit den nötigen Spritzen. Aber ich fühlte mich so hilflos und abhängig! Dafür MUSSTE ich mir jedes Spiel der Fussball WM am TV Gerät ansehen!

Auch hatten sich einige Besuche angemeldet für Ende Juli - ende August, die ich teilweise absagen musste. --- So schnell kann das gehen und das in der Zeit wo so viel Arbeit auf mich wartete. Das nötigste verrichteten meine Nachbarn. Am 31 Juli bekam ich einen Gehgibs am linken Bein und auch konnte ich die rechte Hüfte wieder normal belasten. So konnte ich mich mit den Stöcken bewegen und war nicht mehr auf den Rollstuhl angewiesen. Irgendwie hatte ich ja trotz allem grosses Glück, dass es nicht noch schlimmer ausgefallen war.

Den der Traktor hatte sich samt Maschine nach wenigen Metern an einem Baum verkeilt und zeigte kaum Spuren. Also hätte ich gar nicht versuchen sollen aufzuspringen!

Im Nachhinein ist man immer klüger!

 

2012 / 2013 habe ich wieder einige Neuerungen geschaffen:

 

Da im Heizungsraum (Holzzentralheizung) sehr wenig Platz für das Brenn holz vorhanden war, musste dieses während der Heizperiode so alle 3-4 Tage wieder neu aufgefüllt werden. Einen Zugang gab es nur durch die Autogarage und so musste immer zuerst das Auto weg gestellt werden um mit dem Traktor wieder Nachschub im Holzlager zu schaffen. Da nun das angrenzende Grundstück zu meiner freien Verfügung stand, hatte ich die Idee auf der Nordseite ein Holzhaus an zu bauen, versehen mit einem direkten Mauerdurchgang zur Heizung. Also wurde im Herbst 2012 eine Betonplatte von 4 m Länge und einer Breite von 6 m gegossen.  Die notwendigen Holzbalken für das Grundgerüst konnte ich aus dem Restholz des Umbaus am Weinhaus zurechtschneiden.  Diese hatten immerhin Abmessungen von 15x15 cm und 10x12 cm. Darf also als stabil bezeichnet werden und wurde direkt an die nördliche Hauswand verschraubt. Durch dauernde Terminverschiebungen des Zimmermanns hatte ich das ganze mitte Dezember einfach selber und ganz alleine bei klirrender Kälte aufgestellt. Danach mit einem Pultdach, abgedeckt mit den hier üblichen Bitumenplatten und einer Dachrinne versehen. Der starke Schneefall mit ständig beissendem Wind im -5 C° Bereich ende Dezember,  zwang mich abzuwarten bis im Januar um die Seitenwände mit Nuten-Fetenbrettern fertig zu erstellen. Versehen mit einer Seitentüre und einem Alukippfenster, ebenfalls Überbleibsel aus dem Umbau, und einem selbstgefertigten Rolltor. Dieses wurde breit genug für die Anlieferung mit dem Traktor auf der nördlichen Seite angebracht. So konnte ich schon im Februar 2013 das selbsterstellte Holzhaus stolz präsentieren. Den Mauerdurchbruch konnte ich jedoch erst nach der Heizperiode in Angriff nehmen, da sich an dieser Stelle Wasseleitung und Heizungsrohre der Zentralheizung zum Radiator in der Autogarage befanden. So benützte ich den geschützten und abschliessbaren Raum als Werkstatt für den darauf folgenden Umbau des "Hugohauses", ein kleines Weinhaus das ebenfalls auf dem Nachbargrundstück stand und zum Gästehaus umgewandelt wurde.

Das Gästehaus

2012 konnte das Nachbargrundstück mit Weinhaus erworben werden. Mein Freund Hugo erwarb dieses für mich und so wurde es fortan als „Hugohaus“ bezeichnet.

Dies war für mich eine Gelegenheit einen gemütlichen Aufenthalt für meine Gäste zu erstellen.  Es verschafft meinen Gästen einen gemütlichen, ruhigen Rückzugs Ort.
Es ist ausgestattet mit:
1  kleines Doppelzimmer mit Doppelbett, Infrarotheizung und TV
1  Küche mit  Spühle, Kochgelegenheit, Kühlschrank, Kaffee-
    maschine und einer Sitzecke
1  WC/Duschraum mit Infrarotheizung, WC, Dusche K/W, Lavabo
    Boiler 80 Lt. und einer 3 Kg Waschmaschine
1  Gedeckter Vorplatz mit rundem Glastisch und 4 Stühlen.

Mit kleinerer Hilfe von Freunden konnte ich dies praktisch alleine bewerkstelligen, wie die Bilder in der Rubrik „Gästehaus Hugohaus“ zeigen. Diese werden noch ergänzt mit weiteren Bildern von der Umgebung, vom Weinberg und vom Weinhaus.

So konnte es schon im Sommer 2013 von den ersten Gästen aus der Schweiz benützt werden. Seither durften dort schon einige Gäste/ Freunde /aber auch mein Sohn Stefan, die heimelige Atmosphäre dieses Häuschens geniessen. Während den kalten Wintermonaten werden jeweils die Wasserleitungen und Boiler entleert. Ausser es sind Gäste kurzfristig angemeldet, dann ist es in Kürze wieder bewohnbar. So auch an Ostern 2014 als Besuch aus Bayern das Gästehaus für ein paar Tage benützen durften.

Bisher wurde es immer sehr gelobt und ich durfte nur positive Komplimente entgegen nehmen. Im Sommer schön kühl, wenn die Aussentemperaturen steigen und im Winter schön warm. Einfach gut geeignet für realexe Erholung. Doch die meiste Zeit, wie essen oder zusammensitzen verbringen die Gäste in meinem Haus oder unter der schattigen Pergola vor meinem Haus. Es gibt da auch immer viel zu erleben oder zu erzählen bei einem Glas vom eigenen Wein.

2014 wurde ein Jahr der Gegensätze. Da es auch hier in Ungarn ungewöhnlich oft regnete, blieben die Wiesen den ganzen Sommer durch schön grün und es konnte viel Heu für den Winter eingefahren werden. Doch dieses Wetter bekam den Trauben gar nicht und da ich auf das Spritzen von giftigen Chemikalien auf „Teufel komm raus“ lieber verzichte, fiel die Traubenernte gleich null aus. Für den Rotwein kaufe ich jeweils ein paar 100 Kg rote Trauben, die ich dann selber keltere. So wurden zumindest die Rotweinfässer auch in diesem Jahr voll und meine Gäste können auch im 2015 wieder mit eigenem Wein verwöhnt werden.

Die Kirschbäume waren jedoch voll behangen, aber es fehlten die Pflücker. Denn genau während der Erntezeit folgte ich einer Einladung meiner Schwester in Kanada, wo ich mit meiner Frau Monika drei herrliche Wochen Urlaub geniessen durfte.

Bei den Aepfeln und Birnen hingegen fiel die Blühte Zeit  in eine Regenperiode, sodass nur sehr wenige für den Hausgebrauch gepflückt werden konnten. Dafür durfte ich über den ganzen Sommer beträchtliche Mengen an Feigen vom selbst gepflanzten Feigenbaum pflücken. Auch die Tomaten und Paprika warfen gute Erträge ab. Aber dies nur weil ich anfangs Sommer mich vehement gegen die ungewöhnliche Schneckenplage wehrte. Denn das war ein neues Fänomehn, das ebenfalls der feuchten Witterung zu verdanken war. Die gefräßigen Dinger fraßen alles im Garten was nicht direkt vor ihnen geschützt war. Sogar ganze Blumenbüsche verschwanden innert einer Nacht wenn sie da ran kamen. Etwas das ich in meinen 9 Ungarnjahren noch nie erlebt hatte. Durch den milden Winter und den feuchten Sommer müssen die sich wie im Schlaraffenland gefühlt haben.

In den frühen Morgenstunden vom 20. Juli 2014 wurde mir die traurige Nachricht überbracht, dass mein über alles geliebter Hund „Tiby“ tot am Strassenrand liege. Dies war ein brutaler Schicksalsschlag für mich und ich konnte es kaum fassen, dass er nicht mehr auf dem Weinberg an meiner Seite war. Auch meine Nachbarn und viele aus dem Dorf waren sehr bestürzt über den Verlust von „Tiby“. Er wurde vermutlich in der Nacht von irgend einem Autoraudy zu Tode gefahren. Es blieb mir nur noch ihn zu bestatten und ihm ein würdiges Denkmahl zu setzen das ständig mit Blumen geschmückt ist. Noch nach Monaten fehlt er mir sehr und ich erkannte immer mehr, welch guter Wächter und ständiger Begleiter ich verloren hatte. Auch wenn die verbliebenen beiden anderen Hunde,“ Asta“ und „Mischka“ seine  Wächteraufgaben weitgehend übernommen haben, ein „Tiby“ wird nie ersetzbar sein.

 

Fortsetzung folgt: (denn meine vielen Arbeiten lassen immer nur kurze Momente zu, diesen Bericht weiter zu schreiben.) Dafür bitte ich um Verständnis.